BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


UNESCO - Biosphärenreservat Pfälzerwald

Die Aufgabe des Pfälzerwalds als größtes zusammenhängendes Waldgebiet in Deutschland ist von globaler Bedeutung:

Erhalt und Sicherung des Fortbestands des mitteleuropäischen Buchenwalds

Weltweit sind die Wälder durch Holzwirtschaft, Siedlungen und Verkehrswege, Umweltverschmutzungen und Umwandlung von Waldland in ihrem Bestand bedroht. Unser Wald macht da keine Ausnahme. Dabei erfüllen Wälder überaus wichtige Funktionen im der Biosphäre - dem globalen Ökosystem. Die UNESCO versucht mit dem Konzept der Biosphärenreservate realisierbare Wege zu finden, ein Überleben der für eine Region natürlichen Tier - und Pflanzengemeinschaften sicherzustellen. Das MAB-Konzept (man and biosphere) will dabei bewusst die Bevölkerung vor Ort einbinden.

Das Land Rheinland-Pfalz hat sich 1993 verpflichtet das Biosphärenreservat Pfälzerwald anzuerkennen. In unserer Naturschutzarbeit erfahren wir jedoch immer wieder, dass die Vorgaben auch von den Behörden nicht oder nur halbherzig umgesetzt werden, dass wirtschaftliche Interessen über die Naturschutzvorgaben gestellt werden, dass die Prozesse wenn überhaupt nur äußerst schleppend in Gang kommen. In den nun schon über 15 Jahren, die das Biosphärenreservat existiert, ist viel zu wenig in Richtung Naturschutz passiert. In weiten Teilen der Bevölkerung ist der Begriff "Biosphärenreservat" immer noch unbekannt. Die Kernzonen (Waldbereiche, die aus der Bewirtschaftung herausgenommen werden) weisen eine zu kleine Gesamtfläche aus (2,3 % gegenüber den von der UNESCO vorgegebenen 3% der Fläche), erst 2005 erfolgte eine Ausweisung der Kernzonen, die wesentlicher Bestandteil eines Biospärenreservats sind. Teilweise wurde vor der Ausweisung in den Kernzonengebieten noch vermehrt Holz eingeschlagen. Bisher gibt es nur für die Kernzone "Quellgebiet der Wieslauter" eine Verordnung, die den Umgang mit der Kernzone regelt. Und auch diese Verordnung sieht eine "Übergangszeit" von 30 (!) Jahren vor, in der noch in der Zone gewirtschaftet - also eingeschlagen- werden darf!

Für die Bewirtschaftung der Plegezonen gibt es keine besonderen Vorgaben für die Holzwirtschaft - obwohl hier nach den Vorgaben der UNESCO besonders naturverträglich gewirtschaftet werden soll.

Der BUND setzt sich für das Biosphärenreservat ein - braucht dazu aber dringend die Unterstützung aus der Bevölkerung, um den Forderungen nach einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Biosphärenreservats Nachdruck zu verleihen!

 

 

 

 

Quelle: http://kaiserslautern.bund.net/themen_und_projekte/wald/biosphaerenreservat_pfaelzerwald_vosges_du_nord/